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Qualitätsprobleme auf der Murrbahn: Antwort aus dem Verkehrsministerium

Ende Juli hat sich Landrat Bauer mit einem eindringlichen Schreiben an Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann gewandt. Thema waren die erheblichen Qualitätsprobleme auf der Murrbahn. Inzwischen kam die Antwort aus dem Verkehrsministerium. Dieses setze alles daran, Maßnahmen mit den Verkehrsunternehmen abzustimmen, die eine möglichst schnelle Rückkehr zum Normalzustand zu ermöglichen.
 
Landkreis. In seinem Schreiben Ende Juli legte Landrat Gerhard Bauer die Problematiken auf der Murrbahn dar. Konkret nannte er ausfallende Züge, regelmäßige Verspätungen aufgrund von Langsamfahrstellen und Kapazitätsengpässe als Ärgernis. Der Landrat setzte auf die Einwirkungsmöglichkeiten des Landes, um Verbesserungen zu erwirken.
 
Das Verkehrsministerium stellte in seinem Antwortschreiben ebenfalls fest, dass die Situation auf der Murrbahn nicht zufrieden stellend sei. Die wesentliche Problematik sei aktuell bedingt durch etliche Infrastrukturmängel im Verantwortungsbereich von DB Netz. Unter anderem ein Gleislagefehler bei Gaildorf, eine Umleitung von IC-Zügen über die Murrbahn sowie Infrastrukturschäden rund um Stuttgart haben laut dem Ministerium für gravierende Verspätungen und Teilausfälle gesorgt.
Das Ministerium stellt klar, dass die Einflussmöglichkeiten des Landes als Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs auf DB Netz begrenzt sei. „Zu den Themen Baustellenmanagement und Infrastrukturstörungen befindet sich das Land aber derzeit im intensiven Austausch mit DB Netz, um auf Verbesserungen hinzuwirken.“, heißt es in dem Schreiben.  
 
Eine weitere Problematik sei ein Fahrzeug-Notstand bei DB Regio. Aufgrund verschiedener Umstände komme es vor, dass nicht genug Ersatzfahrzeuge zur Verfügung stehen. Das Land bemühe sich, zusammen mit dem Betreiber Ersatzfahrzeuge zu finden mithilfe derer Minderkapazitäten abgefangen werden könnten. In etlichen Netzen im Land sei die Lage ebenso problematisch.
Daneben hätten die steigenden Krankenstände des Fahrpersonals Grund zur Sorge bereitet. Es sei auch unklar, wie sich die Situation im Herbst weiterentwickle. Die Eisenbahnverkehrsunternehmen seien vom Land aufgefordert worden, für eventuell steigende Krankenstände vorzusorgen.
Das Verkehrsministerium setze alles daran, Maßnahmen mit den Verkehrsunternehmen abzustimmen, die eine möglichst schnelle Rückkehr zum Normalzustand ermöglichen.
„Ich hoffe, dass durch die Bemühungen des Landes nun endlich eine tatsächliche Verbesserung des Zugverkehrs auf der Murrbahn eintritt. Diese Verbesserung ist dringend erforderlich, um den Zugverkehr wieder attraktiv zu machen. Und das zu einem Zeitpunkt, zu dem wir mehr denn je auf einen verlässlichen öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind, um den Individualverkehr zu reduzieren. Auch im Hinblick auf die Berufstätigen ist ein stabiles Angebot auf der Murrbahn unerlässlich“, betont Landrat Gerhard Bauer.